Grüne Vermögensabgabe: Populismus oder „Butter bei de Fische“?

115 Mrd € klingen gut – auf 10 Jahre verteilt, ist das schon weniger dramatisch. Die Pressemitteilung (hier im Handelsblatt) könnte auch heißen „230 Mrd von den Reichen“ (dann eben auf 20 Jahre verteilt), klänge noch besser; OK, 10 Mrd. pro Jahr sind nicht nichts, 8 Mrd. sind unser laufender jährlicher Netto-Beitrag an die EU.

Aber was will er, der grünen Finanzspezialist Schick, bekennender Linker innerhalb der Grünen, erreichen? Der Reutlinger Spediteur Willy (Thomas) Betz ist endgültig in die Schweiz ausgewandert, auch mit der Firmenzentrale; Reinhold Würth Künzelsau dito, die sind nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Der Umgang der Justiz mit ihnen war sicher der Hauptgrund für die Auswanderung, aber nicht nur. Welchen Effekt hätte eine Vermögensabgabe? „Betroffen wären weniger als 500.000 Deutsche“, also eine halbe Million. Die können doch auch rechnen: auf schon (mehrfach) versteuertes Geld nochmal 1,5% aus 1 Mio x 10 Jahre sind 150 T€, das lohnt den Steuerberater und Notar für eine österreichische oder schweizerische Familienstiftung allemal und die Erbschaftssteuer wäre auch schon erledigt – will er das?

Hat man, außer von Christine Scheel und Oswald Metzger, als er noch bei uns war, auch mal einen Spar-Vorschlag in dieser Größenordnung gehört? Oder wie man „die Reichen“ zum Bleiben und Investieren und Stiften bringen kann? Wäre konstruktiv, würde uns allen was bringen, ganz ohne Erhöhung der Staatsquote.

„Insgesamt soll der Bund so binnen zehn Jahren bis zu 115 Milliarden Euro einnehmen. Dies entspräche dem Betrag, den die Steuerzahler nach einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise aufbringen müssen.“ Schreiben die Grünen im Handelsblatt heute. Aha, immerhin wissen wir jetzt, was und die Finanzkrise nach Ansicht der Grünen kosten soll – bleibt’s dabei, wer glaubt’s? Sollen wir glauben, das war’s dann und wir können die Reichen etwas schröpfen und dann weitermachen wie bisher?

Nachtrag: der FAZ.net-Artikel zum Thema hat es bisher schon auf 161 Kommentare gebracht – lesenswert!

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