Nach der Volksabstimmung: taktischer Rückzug vor der Kriminalisierung. Helden zurück in die Deckung. Brief an die Parkschützer

Die Volksabstimmung ist verloren, aber was ist das schon? Es gab so viele Siege zu feiern: der 30. September war eine verheerende Niederlage für Mappus, Grube und die Polizei, die Schlichtung war ein Riesenerfolg für die politische Kultur, die Landtagswahl, ein S21-Gegner als Verkehrsminister, gestern schon wieder ein Baustopp, käferbedingt, „es droht ein Dauerkonflikt“, schreibt SPON.

Und jetzt? Jetzt liegt der Ball bei der Bahn und v.a. bei der SPD, stellt sie doch den Finanz- und den Innenminister. Freund Nils Schmid wird sein Kostendebakel erleben und ihre Zuerst-dafür-dann-auch-dagegen-Position soll die SPD noch so richtig teuer zu stehen kommen. Und es wird ein SPD-Innenminister sein (wie heißt der eigentlich?), der die Göppinger und andere Schlägertrupps zur Durchsetzung eines Wahnsinnsprojektes auf harmlose Bürger hetzen und verheizen muß. Um dann, wie in Wackersdorf oder Mutlangen oder oder oder als die Gelackmeierten dazustehen, weil der VEBA-Chef Bennigsen-Foerder (Wackersdorf) oder die große Weltpolitik (Mutlangen) den Stein des Anstoßes weggerollt haben.

Meine Euro-Wette geht so, daß uns die Staatsfinanzen so um die Ohren fliegen werden, daß Merkel, Schäuble, Grube & Co. wie jetzt in Ungarn einige VorgängerRegierungen möglicherweise noch wg. Untreue im Amt oder noch schlimmerem drankommen. Ich glaube nicht, daß die in den nächsten Jahren so mit Milliarden um sich werden werfen können wie bisher. Ich wette keine 5 Euro, daß dieses Wahnsinnsprojekt so fertiggebaut wird, wie die sich das vorstellen. Wir werden ganz andere Sorgen haben.

Meine Sorge gilt den Parkschützern, die sich selbst als die Spitze des Widerstands sehen, die sich möglicherweise auch als die sehen, die die braven Bürger erst auf die Straße gebracht haben. Und die jetzt, nach dieser Volksabstimmungs-Farce (Quorum, Informationspolitik, Waffenungleichheit bzgl. der finanziellen Ressourcen, Ausstiegs-Kosten-Lüge und andere Lügen) möglicherweise meinen, es käme jetzt allein auf ihre Durchhalte- und Leidensfähigkeit an, um das Projekt doch noch zu verhindern.

Wir sind uns einig: im Grunde ist es ein Krieg, den Kapital, Korruption, Steuerverschwender und Größenwahnsinnige, Schneller-Höher-Weiter-Fetischisten gegen Natur, Bürger, Bildung und Soziales führen, unstrittig. Nur: zur Kunst der Kriegsführung gehört  auch der verlustarme, rechtzeitige Rückzug auf Linien, die man halten kann. Das Buch „Die Kunst des Krieges“, das der chinesische General Sun Tzu vor über 2000 Jahren schrieb, dürfen auch wir lesen und da steht unter anderem:  führe nur Kriege, von denen du ganz sicher bist, daß du gewinnen wirst. Der Rückzug der  Israelis vom Sinai nach 1967 ist für mich immer noch eine große strategische Leistung: die Ägypter wissen, daß Kairo von Jerusalem aus leicht erreichbar ist, dieses Kriegsziel wurde erreicht, dieses Wissen bleibt. Aber den Sinai auf Dauer verwalten, gar verteidigen müssen? Diese Flächen, Wüsten, langen Grenzen? Mit nicht greifbaren Beduinen als Bewohnern und Kantonisten? Wozu? Gibts dort viel zu ernten und zu gewinnen?

Das Gewaltmonopol des Staates steht und wir brauchen es – das ist die Lebenserkenntnis eines Freundes, der früher im Studium Anarchist war, aber nach 25 Jahren Entwicklungshilfe und Lebensmittelnothilfe in Nordkorea, Afghanistan, Zimbabwe und zuletzt Haiti sein Weltbild komplett neu aufgebaut hat: politische Stabilität und Eigentum und unternehmerische Freiheit (damit ist Nordkorea aus dem Rennen, obwohl es dort politische Stabilität gibt), dann auch persönliche Freiheit. Selbst die Bereitschaftspolizei aus Göppingen-Heiningen ist mir viel lieber als die sogenannte Sicherheit auf dem Dorf bei Palermo oder der UCK-Kommandant in Kosovo oder die Gunmen des südamerikanischen Großgrundbesitzers, der Sicherheitsdienst der Goldmine oder was auch immer. Die Parkschützer werden diesem Gewaltmonopol unterliegen, wir Bürger können sie davor nicht schützen. Aber: es steht nirgends geschrieben, daß man sich diesem Gewaltmonopol nicht durch rechtzeitigen und taktischen Rückzug nicht entziehen dürfte – Ihr müßt Euch nicht kriminalisieren lassen!

So wie die Bürger seit 2010 zu den Parkschützern gestoßen sind und ihnen erst zu Schutz der Masse, Publizität und Prominenz verholfen haben, so sollten sie jetzt auch so klug und verliebt in das eigene Leben sein, wieder den Schutz der Menge, die Wärme der Bürgerstube, den Lohn der Arbeit und die Ruhe der Studierstube zu suchen – Ihr wart Helden, ihr bleibt Helden, Ihr müßt Euch dafür nicht opfern lassen! Ihr steht nicht mit dem Rücken an der Wand, Ihr werdet nicht von „den Bürgern verlassen“, Ihr habt einen großen Sieg errungen, Ihr könnt als Sieger den Platz verlassen – wenn Ihr Euch jetzt nicht besiegen laßt und vorher geht.

Der Rückzug ist ja nur taktisch und nicht von Dauer, die Gegenseite hat uns ja nicht vernichtend geschlagen: die 40%, die bei der Volksabstimmung für den Ausstieg gestimmt haben, was sollen die denn bei der nächsten Landtagswahl wählen? Wenn wir,  die Guten & Grünen,  uns einig bleiben? Da kommen doch fast automatisch 40% Wahlergebnis auf uns zu!

Also, Parkschützer: zieht Euch zurück, nicht als Niederlage, sondern aus Klugheit. Überlaßt die kalten Füße dem Gewaltmonopol, laßt uns gemeinsam Montagsdemonstrationen machen, laßt die Container auf dem Wasen leer und  teuer vor sich hinrosten! Geht wieder arbeiten, studieren, Urlaub machen, Eure Wohnungen und Familien wieder pflegen, schaut wieder nach Euch.

Nur deshalb dieser Brief vom christlich-konservativen Öko und Selbständigen

Euer Hansjörg Schrade

PS: Ein Freund hat mich beruhigt – ich falle mit diesem Brief niemand in den Rücken, auch den Parkschützern nicht, deshalb das Passwort rausgenommen.

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