Monatsarchiv: Januar 2012

CO2: Verdoppelung im Flugverkehr vs. 18% weniger seit 1999 im Autoverkehr. Gängelung des PKW-Fahrers.

In einem Jahresrückblick in der FAZ (30.12.11, S. 14) gelesen: „Seit 1990 haben sich die Emissionen durch die Luftfahrt in Europa fast verdoppelt“. Ausnahmsweise eindeutig und klar die ZEIT: „Der Flugverkehr gilt heute als klimaschädlichster Verkehrssektor. Sein rasant wachsender CO2-Ausstoß droht, auf anderen Feldern eingesparte Emissionen wieder zu ersetzen.“

Demgegenüber ist die CO2-Last durch den Kfz-Verkehr von 1999 auf 2007 um 18% gesunken (siehe hier), durch ein Tempolimit könnten nochmal 3 – 9% eingespart werden. Unter den Verkehrsträgern kommt der größte Brocken vom PKW-Verkehr, nämlich 60%, der (nur abgehende) Luftverkehr 14%, wobei die Beförderungsleistung (Personen x km) des PKW-Verkehrs sicher höher als nur 4x so hoch wie die des Luftverkehrs ist. Wie wenn die ankommenden Flugzeuge kein CO2 auspusten würden: man kann die CO2-Last des Flugverkehrs also locker verdoppeln, weil ja genau so viele ankommen wie abgehen – sonst gäbe es irgendwo einen großen Flugzeug-Friedhof. Hier die Tabelle vom Umweltbundesamt. Ein Tempolimit auf Autobahnen gäbe also eine CO2-Reduktion von 3 – 9% mal 60% = 1,8 bis 5,4% – aber da wären ja noch die fetten Strafzettel und Punkte in Flensburg!

Ein ähnliches Bild übrigens beim Feinstaub: „Denn viele andere Faktoren haben einen größeren Einfluss auf die Feinstaubkonzentration als die Autoabgase: der Wind, Niederschlagsmengen, die Härte der Winter. Autoabgase tragen laut einer Studie des Berliner Senats nur knapp ein Fünftel zum Feinstaubgehalt der Luft bei.“ schreibt die FAZ am 10.01.2012. Die sparsamen, armen Besitzer älterer Autos werden also de facto enteignet, weil sie mit ihrem Auto in Stuttgart nicht mehr fahren dürfen, denen wird das Geld für neuere Autos aus der Tasche gezogen, Industrie und Handel (und der Mehrwertsteuer-Empfänger Staat) freuen sich und ändern tut sich – gar nix.

Paradox oder gar pervers: der Flugverkehr zahlt keine Mineralölsteuer und der Flugverkehr mit dem Ausland nicht mal Umsatzsteuer, der VCD bemängelt dies hier kenntnisreich.

Es soll uns also keiner mehr kommen, auch kein noch so grüner Minister oder Ministerpräsident mit einer weiteren Belastung und Reglementierung des Kfz-Verkehrs, der nicht vorher einen großen Hebel am Flugverkehr angesetzt hat. Klar, Auto fahren tut der kleine Mann, fliegen v.a. die Großen, Reichen, Schönen – aber warum sollen die Kleinen Steuern bezahlen und die Großen nicht?

Auch beim Feinstaub: selbst der Obergrüne Boris P. glaubt im Fall „seiner“ Stadt Tübingen nicht, daß Tempolimit und grüne Plakette was helfen – Hauptsache Verwaltungsaufwand, Hauptsache Autofahrer gegängelt… siehe GEA RT hier und hier: 1 – 2% Reduktion Feinstaub, das ist doch ein Wort, oder? Die FAZ gibt ihm recht, mit Ergebnissen aus ganz Deutschland, hier: eine Bankrott-Erklärung. Wie lange lassen wir uns von diesen Umwelt-Bürokraten noch ärgern und de-facto-enteignen? Wem nützt das?

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S21 – so kann man es auch sehen

Relativ kühl und damit gnädig kommentierte ein Kunde und S21-Aktivist meinen letzten Blog-Artikel. Als Gegendarstellung schickte er mir einen (bisher unveröffentlichten) Leserbrief zu diesem Interview mit dem S21-Projektleiter in der Stuttgarter Zeitung, den ich hier gerne wiedergebe, da diese Aktivisten viel stärker in die Materie eingetaucht sind als ich, einfach besser Bescheid wissen über den Skandal, der mit diesem Projekt passiert:

Stuttgarter Zeitung Lokalredaktion
lokales@stz.zgs.de

Sehr geehrte Redaktion,

Ich bitte Sie um Veröffentlichung des  folgenden Leserbriefes:                

S 21: „Wir erhalten sehr viel Zuspruch“, Interview mit Stefan Penn, Projektleiter der Bahn für S 21
Das mag Stefan Penn, S 21 Projektleiter so sehen. Doch eine wirkliche Legitimation hat S 21 auch  nach der Volksabstimmung (VA) nicht. Bei der VA hat S 21 nicht gleichberechtigt neben der Alternative Ausbau Kopfbahnhof zur Auswahl gestanden, wie die ganzen 17 Jahre zuvor nicht. Statt dessen standen angebliche Ausstiegskosten von 1,5 Mrd. Euro im Vordergrund. Eine Umfrage des SWR hatte ergeben, dass selbst bei den Gegnern eines Ausstiegs nur eine Minderheit von dem Projekt S 21 überzeugt ist. Ein großer Teil hat nur wegen der 1,5 Mrd. für S 21 gestimmt. OB Schuster und etliche seiner CDU-Kollegen im Land durften ungestraft die Erpressung mit der Falschaussage von den 1,5 Mrd., als Amtsmitteilung deklariert und von Steuergeldern bezahlt, in alle Haushalte tragen. Funktioniert so Demokratie?
Ein weiteres Betrugsmanöver lief beim Stresstest: Ein unabhängiges Gutachten, nachzulesen bei Wikireal.org, brachte den Nachweis, dass in der Spitzenstunde bei S21 maximal 38 Züge möglich sind, der jetzige Kopfbahnhof jedoch 56 Züge bewältigen kann. S21 ist eben Rückbau statt Ausbau. Dieses Gutachten wurde von der Regierung Kretschmann unter dem Deckel gehalten, Weiterlesen

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